VC20
Hersteller:

Commodore International Ltd.

Der Commodore VC20 (im Ausland als VIC-20 bekannt) war der erste weltweit erfolgreiche Heimanwender-Computer und das logische Sprungbrett für den späteren C64. Er erschien in einer markanten, beigefarbenen „Brotkasten“-Form mit einer vollwertigen Schreibmaschinentastatur. Commodore-Gründer Jack Tramiel verfolgte das Ziel, einen Computer „für die Massen, nicht für die Klassen“ zu bauen. Der VC20 war der erste Computer überhaupt, der die Marke von einer Million verkauften Exemplaren knackte, und gilt heute als geschichtsträchtiger Meilenstein der Heimcomputer-Ära.
In den USA und Japan kam der Computer als VIC-20 auf den Markt. Das Kürzel „VIC“ stand für den verbauten Grafikchip (Video Interface Chip). Für den deutschen Markt musste Commodore den Namen jedoch dringend ändern – und zwar aus zwei Gründen:
-
Die Aussprache: Das englisch ausgesprochene „VIC“ klingt im Deutschen lautmalerisch extrem nah an einem bekannten, vulgären Schimpfwort. Das wäre im Marketing und im Familienbereich ein Desaster gewesen.
-
Das Marketing-Genie: Jack Tramiel nutzte die Namensänderung für einen genialen Schachzug. Er machte daraus den VC20, was offiziell für „Volkscomputer“ stand. Angelehnt an den Erfolg des „Volkswagens“ vermittelte der Name den Deutschen, dass dieser Computer für jedermann erschwinglich und gedacht war. Die Strategie ging voll auf.
Technische Daten:
Prozessor:
MOS 6502
Taktrate:
1.108
MHz
Architektur:
8 bit
Arbeitsspeicher:
5
kiB
Gewicht:
1.8
kg
Abmaße (Grundgerät):
403 × 204 × 72 mm
Herstellungszeitraum:
1980 - 1985
Einführungspreis:
DM
899.00
Schnittstellen:
Der VC20 bot für seine Zeit eine hervorragende Ausstattung an Anschlüssen, die später fast identisch für den C64 übernommen wurde:
-
Expansions-Port (Modulschacht): Für Spielemodule, Programmierwerkzeuge oder RAM-Erweiterungen.
-
Serieller Bus (CBM-Bus / IEEE-488-Variante): 6-polige DIN-Buchse zum Anschluss von Druckern und Diskettenlaufwerken (wie der VC1540/1541).
-
Kassetten-Port (Datasette): Zum Sichern und Laden von Programmen über normale Kassettenrekorder (Commodore 1530).
-
User-Port: Ein freiprogrammierbarer Parallel-Anschluss für Bastler, Modems oder Relaissteuerungen.
-
Video-Ausgang: 5-polige DIN-Buchse zur Ausgabe von Bild und Ton (FBAS-Signal für Monitore oder Fernseher via HF-Modulator).
-
Joystick-Port: Ein standardisierter 9-poliger DE-9-Anschluss für Steuerknüppel oder Paddles (Atari-Standard).
-
Stromversorgung: 2-polige Buchse für Wechselstrom (frühe Modelle) oder 7-polige DIN-Buchse (spätere Modelle, baugleich zum C64).
Kompatible Hard- und Software
- Festplatten
- Diskettenlaufwerke
- Opt. Laufwerke
- Bandlaufwerke
- Sonst. Laufwerke
- Drucker
- Zubehör
- Software




























