Unitor 2
Hersteller:

C-Lab
Art des Zubehörs:
Interface/Adapter

Das C-Lab Unitor 2 (später unter dem Firmennamen Emagic vertrieben) ist eine legendäre MIDI- und SMPTE-Erweiterung für die Atari ST-Computerreihe. Es kam Anfang 1992 auf den Markt und gilt in der Musikproduktion der 1990er Jahre als absoluter Meilenstein.
Das Gerät war der Schlüssel, um den Atari ST zum professionellen Herzstück großer Tonstudios zu machen.
Was genau ist das Unitor 2 Interface?
Der Atari ST besaß zwar ab Werk bereits integrierte MIDI-Anschlüsse (In/Out), stieß bei komplexen Studio-Setups jedoch schnell an seine Grenzen. Das Unitor 2 ist eine schwarze Kunststoff-Box (ca. 20 x 9 cm), die direkt in den ROM-Port (Cartridge-Steckplatz) des Atari ST gesteckt wird.
Die Besonderheit des Unitor 2 (Der Dongle-Schutz)
Die professionelle Musiksoftware der Firma C-Lab (wie die Sequenzer Creator und Notator SL) war über klobige Kopierschutz-Stecker (Dongles) geschützt, die zwingend in den ROM-Port des Atari gesteckt werden mussten.
- Bei den Vorgängern (Unitor-C und Unitor-N) war dieser Kopierschutz fest in der Interface-Hardware verbaut – man war also an ein Programm gebunden.
- Das Unitor 2 löste dieses Problem: Es schleift den ROM-Port an seiner Vorderseite durch. Musiker konnten dort flexibel ihren vorhandenen Creator- oder Notator-Dongle einstecken.
(Wichtiger technischer Fakt aus der Retro-Szene: Der vordere Schacht ist mechanisch sehr schmal geschnitten, sodass vorwiegend originale C-Lab-Dongles hineinpassen. Konkurrenz-Dongles, etwa von Steinberg für Cubase, lassen sich ohne Adapter meist nicht einstecken.)
Technische Daten
Anschluß:
Expansionsport
Layout:
Interface/Adapter
option-1
Herstellerbezeichnung:
Unitor 2
Intern/Extern:
Extern
Baujahr:
Einführungspreis:
DM
350.00
Verbaut in:
S/N:
- MIDI-Port-Erweiterung: Es fügt dem Atari zwei zusätzliche, unabhängige MIDI-Eingänge (II und III) sowie zwei zusätzliche MIDI-Ausgänge (E und F) hinzu. Dadurch ließen sich deutlich mehr Synthesizer, Sampler und Drumcomputer gleichzeitig ansteuern, ohne dass es zu Verzögerungen (MIDI-Lag) kam.
- SMPTE/EBU-Synchronizer: Das Interface erlaubt es, Timecodes von analogen Bandmaschinen (Multitrack-Tonbändern) oder Videorekordern zu lesen und zu schreiben (Striping). Dadurch lief der Software-Sequenzer auf dem Atari absolut synchron zu echtem Tonband oder Filmmaterial.
- Multi-Port: Ein spezieller Anschluss für Studio-Zubehör von C-Lab, wie die Rhythmus-Erkennung Human Touch oder den Video-Synchronizer Steady Eye.

