Serial Printer Card

Hersteller:

Dynamic Content Image

Apple Computer Ltd.

Art des Zubehörs:

Interface/Adapter

Auch wenn diese Karte im Internet wegen der Teilenummer oft verwechselt wird, es ist nicht die spätere Apple Super Serial Card (SSC).

Es handelt sich bei dieser Platine um die Apple Serial Interface Card der allerersten Generation aus dem Jahr 1978. Aufgedruckt ist die originale Apple-Teilenummer 670-X005.

Einsatzzweck: Die reine Druckerkarte

Im Gegensatz zur allseits bekannten Super Serial Card, die universell konfigurierbar war, teilte Apple die Aufgaben 1978 noch auf zwei verschiedene Kartentypen auf:

  • 670-X003 (Communications Card): War primär für den Anschluss von Modems gedacht.

  • 670-X005 (Serial Interface Card - diese Karte): Wurde fast ausschließlich verwendet, um frühe serielle Drucker (wie z. B. von Silentype oder Centronics) anzusteuern.

Dass am Ende des Flachbandkabels eine DB25-Buchse (Female) angebracht ist, unterstreicht genau den primären Einsatzzweck dieser Karte: Sie fungiert als Schnittstelle zur direkten Ansteuerung von Druckern (DCE - Data Circuit-terminating Equipment).
Im historischen Kontext der Computertechnik der späten 1970er Jahre ist diese Buchse aus folgenden Gründen logisch konfiguriert:
 
Warum eine Buchse (Female)?
  • Der typische Signalweg: Traditionell besaßen Computer und deren Ausgabe-Schnittstellen (DTE – Data Terminal Equipment) meist Stecker (Male), während Peripheriegeräte wie Modems Buchsen (Female) besaßen.
  • Die Drucker-Ausnahme: Bei frühen RS-232-Druckern war es jedoch üblich, dass die Drucker selbst einen männlichen DB25-Stecker oder ein fest integriertes Kabel mit einem Stecker besaßen. Apple stattete diese dedizierte Druckerkarte daher direkt mit einer Buchse aus, damit man den Drucker ohne zusätzliche Adapter direkt anstecken konnte.
Verwendung im Alltag
Wenn du diese Karte heute mit typischen seriellen Geräten verbinden möchtest, musst du diese Pin-Belegung beachten:
  • Verbindung zu einem PC / modernen Systemen: Ein normaler PC besitzt (bzw. besaß) an seiner seriellen Schnittstelle einen männlichen DB9- oder DB25-Stecker. Möchte man den Apple II über diese Karte mithilfe von Software wie ADTPro mit einem PC verbinden, benötigt man zwingend einen Gender Changer (Stecker-auf-Stecker) sowie ein gekreuztes Nullmodem-Kabel.
  • Damalige Drucker: Klassische serielle Drucker der Ära (wie der Apple Silentype mit passendem Interface oder frühe Centronics-Drucker mit seriellem Modul) passten direkt an diese Buchse.
Ein selteneres Sammlerstück
Weil Apple bereits 1981 die weitaus flexiblere Super Serial Card auf den Markt brachte, wurde diese frühe Variante nur relativ kurz produziert. Sie ist auf dem Retro-Markt heute deutlich seltener zu finden als ihre berühmte Nachfolgerin und ein wichtiges Stück Hardware-Geschichte aus den Anfangstagen von Apple Inc.
Die Platine ist dadurch ein hervorragendes Beispiel für das extrem minimalistische und kosteneffiziente Schaltungsdesign, für das Steve Wozniak und die frühen Apple-Ingenieure bekannt waren: So viel Logik wie möglich mit so wenigen Standard-Gattern wie nötig umzusetzen.

Technische Daten

Anschluß:

Apple II Bus

Layout:

Interface/Adapter

option-1

Herstellerbezeichnung:

650-X005

Intern/Extern:

Extern

Baujahr:

1978 - 1981

Einführungspreis:

US-$

195.00

  • Die Firmware (ROM 2): Der zentrale, weiße Baustein in der Mitte ist der Festwertspeicher (ROM). Er enthält den herstellerspezifischen Druckertreiber (Firmware), mit dem der Apple II die Text- und Grafikzeichen passend formatiert an den Drucker übermitteln konnte.

  • Der DIP-Schalterblock (SW1): Über die 8 Schalter oben links stellte man manuell die Übertragungsgeschwindigkeit (Baudrate) sowie das Datenformat ein, damit die Karte exakt mit den Spezifikationen des angeschlossenen Druckers harmonierte.