ATI Rage 128 AGP

Hersteller:

Dynamic Content Image

ATI Technologies Inc.

Art des Zubehörs:

Interface/Adapter

Die ATI Rage 128 GL (Codename VR/GL) ist ein historischer 32-Bit-Grafikbeschleuniger, den der kanadische Hersteller ATI Technologies Ende 1998 ankündigte und im Frühjahr 1999 flächendeckend auf den Markt brachte. Sie wurde entwickelt, um im hart umkämpften 3D-Markt der späten 1990er-Jahre gegen Konkurrenten wie die Nvidia RIVA TNT und die 3dfx Voodoo2/3 anzutreten.

Architektur-Besonderheiten und Neuerungen

Die Rage 128 GL führte für ATI wichtige technologische Neuerungen ein, die den Grundstein für spätere Generationen legten:

  • Twin-Cache-Architektur: ATI integrierte einen dedizierten Pixel-Cache sowie einen Textur-Cache direkt auf dem Chip, was die Effizienz bei der Texturverarbeitung im Vergleich zu den Vorgängern (Rage Pro) drastisch steigerte.

  • Concurrent Video Engine: Die Karte besaß exzellente hardwarebasierte MPEG-2-Beschleunigung(DVD-Wiedergabe). Zu einer Zeit, als Computer-Prozessoren (CPUs) noch zu schwach waren, um DVDs flüssig darzustellen, übernahm die Rage 128 GL diese Rechenlast fast vollständig und lieferte eine unerreichte Videoqualität.

  • Volle 32-Bit-Farbtiefe: Während viele zeitgenössische Karten im hardwarehungrigen 3D-Modus auf 16-Bit-Farben limitiert waren (was zu sichtbaren Farbabstufungen führte), konnte die Rage 128 GL Spiele nativ in 32-Bit-Farbtiefe rendern – und das bei einem vergleichsweise geringen Performance-Verlust.

Markt- und Endkunden-Varianten

ATI verkaufte die Rage 128 GL im Endkundenmarkt (Retail) unter verschiedenen Markennamen:

  • Xpert 128: Die Standard- und Mainstream-Version, meistens ausgestattet mit 16 MB Videospeicher.

  • Rage Fury: Das Topmodell für PC-Spieler, standardmäßig mit 32 MB Videospeicher bestückt.

  • All-in-Wonder 128: Eine Multimedia-Kombikarte, die neben dem Grafikchip einen analogen TV- und Radio-Tuner sowie Video-Eingänge für Videoschnitt besaß.

Zusätzlich war die Karte ein riesiger Erfolg im OEM-Geschäft. Große Computerhersteller wie Dell, Compaq, Apple (unter anderem im legendären Power Mac G3/G4) und Siemens verbauten die Rage 128 GL jahrelang serienmäßig in ihren Komplett-Systemen.

Historischer Stellenwert

Obwohl die Rage 128 GL im 32-Bit-Farbmodus extrem performant war, verlor sie im klassischen 16-Bit-Modus (den die meisten damaligen Spiele nutzten) oft den Anschluss gegen die direkte Konkurrenz von Nvidia. Sie gilt dennoch als die wichtigste Brücken-Architektur für ATI: Die hier gewonnenen Erkenntnisse über den 128-Bit-Speicherbus bildeten kurz darauf das direkte Fundament für die erste Radeon-Generation (Radeon 256 / R100), mit der ATI endgültig die technologische Krone im Grafikmarkt erringen konnte.

Technische Daten

Anschluß:

AGP

Layout:

Interface/Adapter

option-1

Herstellerbezeichnung:

Rage128AGP

Intern/Extern:

Intern

Baujahr:

1998 - 2001

Einführungspreis:

DM

350.00

Verbaut in:

S/N:

CEL26100501

Technische Spezifikationen

  • Schnittstelle (Bus): Die Karte wurde primär für den AGP 2X-Steckplatz gefertigt, stand in kleineren Stückzahlen für ältere Systeme jedoch auch als klassische PCI-Variante zur Verfügung.
  • Fertigungsprozess: Der Grafikchip wurde in einem 250-Nanometer-Verfahren hergestellt und verfügt über rund 8 Millionen Transistoren.
  • Speicheranbindung: Sie besitzt ein echtes 128-Bit-Speicherinterface. Vertrieben wurde sie typischerweise mit 16MB oder 32MB SDRAM (bzw. SGRAM).
  • Taktraten: Der Standardtakt des Grafikchips liegt bei 103MHz, der Videospeicher wird ebenfalls mit 103 MHz betrieben.
  • Maximale Bandbreite: Über den 128-Bit-Bus erreicht das Modell eine Speicherbandbreite von knapp 1,6GB/s.

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