Disk ][ Interface Card
Hersteller:

Apple Computer Inc.
Art des Zubehörs:
Interface/Adapter

Die Apple Disk II Interface Card ist eine der historisch bedeutendsten Erweiterungskarten für den Apple II. Sie wurde 1978 von Steve Wozniak (Woz) entworfen, um die extrem erfolgreichen Disk II 5,25-Zoll-Floppylaufwerke anzusteuern.
Die Karte gilt in der Computergeschichte als absolutes Meisterwerk des Hardware-Designs, da Wozniak es schaffte, den damals üblichen, enormen Hardware-Aufwand für Disketten-Controller auf ein absolutes Minimum zu reduzieren.
Die "Gefahr" des verpolten Kabels
Ein berühmt-berüchtigtes Merkmal der Karte ist das Fehlen eines mechanischen Verpolungsschutzes (Nase) bei den frühen Flachbandkabeln. Wenn ein Benutzer das Kabel des Disk-II-Laufwerks um einen Pin versetzt oder verkehrt herum auf die Karte steckte und den Rechner einschaltete, wurden die empfindlichen Logikbausteine (speziell der Schrittmotor-Treiber ULN2003 im Laufwerk selbst) augenblicklich durchgebrannt. In der Retro-Szene wird dies bis heute scherzhaft als "the magic smoke release" bezeichnet.
Was bedeutet die Nummer 650-X104?
- Die 650-Nummernkreise: Apple nutzte bei fertig montierten Baugruppen (Assembly Kits) oft die Kennung 650-xxxx, während die nackten Platinen-Leiterplatten die Nummern 670-xxxx oder 680-xxxx trugen. Die Kombination 650-X104 ist die offizielle Bauteilnummer für die gesamte, einsatzbereite Disk II Controller-Karte.
- Das „X“: Dies ist der flexible Platzhalter für die jeweiligen Produktionsrevisionen (z. B. Revision A, B oder C).
Die Apple Disk II Interface Card mit der Teilenummer 650-X104 und dem PROM P6 mit der Kennung 341-0028A (bzw. 341-0028-01) wurde im Zeitraum von 1980 bis ca. 1983 gebaut.
Die zeitliche Einordnung im Detail
Der Wendepunkt 1980 (DOS 3.3): Das PROM 341-0028 ist das offizielle 16-Sektor-Boot-ROM, das Apple im Frühjahr 1980 zusammen mit dem neuen Betriebssystem DOS 3.3 einführte. Es löste das alte 13-Sektor-ROM (341-0010) ab. Das Suffix „A“ (bzw. -01) bezeichnet die erste, finale Masken-ROM-Revision dieses neuen Chips.
Die Produktions-Ära (1980–1983): In diesem Fenster war die Karte das Standard-Zubehör für den Apple II Plus. Sie wurde millionenfach produziert, um die damals rasant wachsende Nachfrage nach Diskettenlaufwerken zu bedienen.
Das Ende dieser Revision (1983): Mit dem Erscheinen des Apple IIe im Jahr 1983 überarbeitete Apple das Zubehörprogramm. Für neuere Laufwerke (wie das DuoDisk oder das UniDisk) wurden modernere Controller-Karten entwickelt. Das klassische Woz-Design der 650-X104-Platine mit den breiten 20-poligen Pfostensteckern wurde ab 1983 schrittweise durch neuere Teilenummern verdrängt.
Technische Daten
Anschluß:
Apple II Bus
Layout:
Interface/Adapter
option-1
Herstellerbezeichnung:
650-X104
Intern/Extern:
Intern
Baujahr:
1980 - 1983
Einführungspreis:
US-$
100.00
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Softwaregetriebener Controller: Während andere Controller-Karten der Epoche Dutzende von Logik-ICs oder teure, dedizierte Controller-Chips benötigten, nutzte Wozniak die Rechenkraft der Apple-II-CPU (6502). Die Karte selbst besitzt im Grunde keine eigene "Intelligenz".
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Die Bauteil-Bestückung: Die Karte kommt mit extrem wenigen Bauteilen aus:
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Nur acht simple Logik-Chips (74-Serie).
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Ein winziges State-Machine-PROM (oft als "P5" oder "P5A" bezeichnet), das die grundlegende Ablaufsteuerung für das Lesen und Schreiben von Daten regelt.
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Ein Boot-ROM (bezeichnet mit "P6" oder "P6A"), welches den eigentlichen Startcode (Bootloader) für das DOS-Betriebssystem enthält.
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GCR-Kodierung: Statt der damals üblichen MFM- oder FM-Kodierung entwickelte Wozniak das GCR-Verfahren (Group Coded Recording), um Daten extrem effizient auf der Magnetscheibe zu platzieren. Das sparte teure Hardware-Komponenten ein und verlagerte die Logik komplett in die Software.
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Zwei Laufwerke pro Karte: Die Karte besitzt an der Oberseite zwei 20-polige Pfostenstecker. Sie kann standardmäßig ein Primärlaufwerk (Drive 1) und ein Sekundärlaufwerk (Drive 2) ansteuern.
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Schnittstellen-Position: Im Normalfall wurde die Disk II Interface Card im Slot 6 des Apple II betrieben. Beim Einschalten des Computers sprang der Apple II direkt in das Boot-ROM der Karte und startete die Diskette in Laufwerk 1.
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Speicherkapazität: Ursprünglich bot die Karte Platz für 114KiB pro Diskettenseite (unter Apple DOS 3.2 mit 13 Sektoren). Mit dem Erscheinen von DOS 3.3 im Jahr 1980 wurde das Timing im P6-ROM leicht optimiert, wodurch 140KiB (16 Sektoren) pro Seite gespeichert werden konnten.



