Diskettenlocher

Hersteller:

Taihaho

Art des Zubehörs:

Sonstiges

Der TAIHAHO Diskettenlocher (oft auch als Taihaho Disc Coupler vermarktet) ist ein klassisches und gesuchtes Hardware-Zubehör aus den 1980er-Jahren. Im Gegensatz zu generischen Begriffen bezeichnet TAIHAHO ein spezifisches Modell, das damals vor allem aus Taiwan exportiert wurde.

Design und Beschaffenheit

Der TAIHAHO-Locher unterschied sich optisch und haptisch von anderen Modellen seiner Zeit.

  • Material: Er bestand komplett aus stabilem, schwarzen Kunststoff (während Konkurrenzprodukte wie der Nibble Notch oft aus Metall gefertigt waren).

  • Kompaktheit: Das Gerät war schlicht gehalten, trug den Herstellernamen dezent auf der Unterseite und war so konstruiert, dass man die Diskette flach hineinlegte.

  • Verpackung: Geliefert wurde er meist in einer Pappschachtel, die direkt als Anleitung diente. Aufgedruckt war eine Liste kompatibler Systeme jener Zeit, darunter der Apple II, Atari, Commodore (C64) und Franklin Ace.

Historischer Wert

Heute gilt der TAIHAHO Diskettenlocher unter Retro-Sammlern als charmantes Relikt einer Ära, in der Datenspeicher so teuer war, dass Bastler und Gamer zu mechanischen Hardware-Hacks greifen mussten, um Geld zu sparen.
Nutzen sollte man den Diskettenlocher heute jedoch nicht mehr, da umgelochte 5,25"-SD/DD/QD-Disketten inzwischen selbst schon zu den Raritäten gehören. Sollen hier die Rückseiten beschrieben werden, empfiehlt es sich eher einen elektronischen Diskettenlocher, also einer Modifikation am Diskettenlaufwerk, resp. seines Schreibschutzsensors oder einfach die Nutzung eines doppelseitigen Laufwerkes.

Technische Daten

Anschluß:

option-1

Layout:

Sonstiges

option-1

Herstellerbezeichnung:

Diskettenlocher

Intern/Extern:

Extern

Baujahr:

1984

Einführungspreis:

DM

10.00

Die Funktionsweise beim TAIHAHO-Modell

Die Handhabung des Geräts war präzise auf die damaligen 5,25-Zoll-Disketten abgestimmt. Um die Speicherkapazität der Diskette kostenlos um 100% zu verdoppeln, ging man wie folgt vor:

  1. Einlegen: Die Diskette wurde mit der beschrifteten Oberseite nach oben und mit der oberen linken Ecke bündig in die Führungsschiene des Lochers geschoben.

  2. Stanzen: Durch Herunterdrücken des Hebelmechanismus wurde eine exakte rechteckige Aussparung aus der Kunststoffhülle der Diskette herausgestanzt.

  3. Ergebnis: Drehte man die Diskette nun um, lag die neu gestanzte Kerbe genau an der Stelle, an der die Schreibschutz-Sensoren von Laufwerken wie der Commodore 1541 nach einer Freigabe suchten. Die ungenutzte Rückseite war sofort beschreibbar.