Original

Atari ST System Disketten

Atari Corporation

Beschreibung:

Die Atari ST System-Disketten waren das Herzstück für den Betrieb der legendären 16/32-Bit-Computerfamilie von Atari in den 1980er und 1990er Jahren. Da der Atari ST im Gegensatz zu modernen PCs über keine interne Festplatte ab Werk verfügte, waren diese Disketten für die Einrichtung und Nutzung des Systems essenziell.

Hier ist die Erklärung zu den drei spezifischen Begriffen und Disketten-Inhalten:

1. TOS (The Operating System)

TOS ist das offizielle Betriebssystem des Atari ST. Der Name steht offiziell für "The Operating System", wurde von der Community aber auch oft scherzhaft als "Tramiel Operating System" (nach dem damaligen Atari-Chef Jack Tramiel) bezeichnet.

  • Der Clou im ROM: Im Gegensatz zu anderen Computern der Ära (wie dem Amiga oder frühen PCs) war das eigentliche TOS bei den meisten Atari ST-Modellen fest auf ROM-Chips direkt auf der Hauptplatine des Computers integriert. Nur die allerersten Modelle (Atari 520ST aus dem Jahr 1985) mussten TOS noch komplett von einer "TOS-Systemdiskette" in den Arbeitsspeicher laden.

  • Bestandteile: TOS vereinte das textbasierte Disketten-Betriebssystem GEMDOS mit der grafischen Benutzeroberfläche GEM (Graphical Environment Manager) von Digital Research, die Mausbedienung, Fenster und Icons ermöglichte.

2. Die "Language"-Diskette

Obwohl das Betriebssystem im ROM steckte, lieferte Atari mit jedem Computer eine sogenannte "Language"-Diskette (Systemdiskette) aus. Diese Diskette erfüllte zwei wichtige Aufgaben:

  • Ergänzung des Betriebssystems: Sie enthielt Programme, Zubehör und Treiber, die aus Platzgründen nicht mehr in die ROM-Chips passten.

  • Der "AUTO"-Ordner: Auf dieser Diskette befand sich oft ein spezieller Ordner namens AUTO. Programme, die dort abgelegt wurden, starteten beim Einschalten des Computers automatisch. Hier wurden beispielsweise RAM-Disks oder alternative Grafiktreiber geladen.

  • Wichtige Tools: Typische Programme auf dieser Diskette waren das Kontrollfeld (Control Panel zur Einstellung von Uhrzeit, Farben und Sound) sowie der Druckertreiber.

3. Germany (Language) / Die deutsche Lokalisierung

Die Kennzeichnung "Germany" oder "Germany (Language)" auf den Disketten (und den ROMs) markiert die spezifische deutsche Version des Systems.

  • Sprachliche Anpassung: Atari legte großen Wert auf lokalisierte Märkte. Die deutsche Version sorgte dafür, dass die grafische Oberfläche (GEM), alle Menüs ("Datei", "Bearbeiten", "Extras") und Fehlermeldungen komplett auf Deutsch erschienen.

  • Tastaturlayout: Die Diskette enthielt die passenden Treiber für das deutsche QWERTZ-Tastaturlayout (inklusive Umlauten wie Ä, Ö, Ü und dem ß), die sich von den amerikanischen (QWERTY) oder französischen (AZERTY) Systemen unterschieden.

  • ST-BASIC / Omikron.BASIC: Je nach Verkaufsjahr und Version war auf der deutschen Language-Diskette auch die Programmiersprache BASIC beigelegt – in Deutschland wurde später oft das wesentlich schnellere Omikron.BASIC anstelle des ursprünglichen ST-BASIC ausgeliefert.

Zusammenfassend: Während das TOS im Rechner schlummerte, erweckte die Language-Diskette in der Version Germany den Atari ST mit deutscher Sprache, den richtigen Tastatureinstellungen und den nötigen Hilfsprogrammen für den Alltag zum Leben.

Art:

Utility

Erschienen:

1985

Medium:

3,5" Diskette

Originaldatenträger:

Original

Einführungspreis:

option-1

0.00

Kompatible Computer