Original

GEOS 1.3

Commodore International Ltd: / Berkley Softworks

Beschreibung:

GEOS 1.3 (erschienen 1987) ist die historisch bedeutendste Version des grafischen Betriebssystems von Berkeley Softworks für den Commodore 64. Sie wurde als kostenlose Beilage im Karton des flachen C64Causgeliefert und machte die fenster- und mausbasierte Bedienung (GUI) im deutschsprachigen Raum massentauglich.

Das System bootete in wenigen Sekunden von der 1541-Floppy und verwandelte den reinen Spielecomputer im Handumdrehen in einen ernstzunehmenden Büro-Rechner.

Die wichtigsten Neuerungen & Funktionen

  • Vollständige deutsche Lokalisierung: Alle Menüs, Systemmeldungen, Dialogboxen und Fehlermeldungen wurden komplett übersetzt. Auch die Schrifttypen unterstützten nun deutsche Umlaute (ä, ö, ü, ß).
  • Das deskTop (Die Schaltzentrale): Die grafische Oberfläche erlaubte erstmals das Verwalten von Disketteninhalten per Mauszeiger (oder Joystick). Dateien wurden als Symbole (Icons) dargestellt und konnten per Drag-and-Drop in den papierkorb verschoben werden.
  • Integrierte Büro-Software:
    • geoWrite: Eine WYSIWYG-Textverarbeitung (What You See Is What You Get). Formatierungen wie Fett, Kursiv oder verschiedene Schriftarten und -größen wurden direkt so auf dem Bildschirm angezeigt, wie sie später aus dem Drucker kamen.
    • geoPaint: Ein mächtiges pixelbasiertes Malprogramm, das Zeichenwerkzeuge, Musterhintergründe und geometrische Formen bot.
  • Zusatzwerkzeuge (Desk Accessories): Über ein Drop-down-Menü ließen sich jederzeit kleine Hilfsprogramme aufrufen, ohne die aktuelle Arbeit zu unterbrechen. Dazu gehörten ein Taschenrechner, eine Notizblockschnittstelle, ein Wecker und das Scrapbook (Sammelmappe zum Kopieren von Grafiken zwischen geoPaint und geoWrite).

Technische Limitierungen & Kritikpunkte

Obwohl GEOS 1.3 für seine Zeit ein technologisches Wunderwerk auf einem 1-MHz-Computer mit nur 64 KB RAM war, litt das System unter den Hardware-Einschränkungen des C64:

  • Eingeschränkter Laufwerkssupport (1-Floppy-Sperre): Die dem C64C beigelegte Version 1.3 unterstützte ab Werk nur ein einziges Diskettenlaufwerk. Ein zweites, angeschlossenes Laufwerk (z. B. eine zweite 1541) wurde vom System ignoriert.
  • Das Disketten-Jonglieren: Da das Betriebssystem, die Schriftarten, die Hilfswerkzeuge und die Programme (geoWrite/geoPaint) viel Platz raubten, passten kaum noch eigene Dokumente auf die Systemdiskette. Der Anwender war ständig gezwungen, die Diskette im Laufwerk zu wechseln („Bitte Arbeitsdiskette einlegen“), was die Arbeit durch die langsamen Ladezeiten der 1541 stark ausbremste.
  • Hardware-Hunger: Um flüssig mit GEOS 1.3 zu arbeiten, war eine proportionale Maus (wie die Commodore 1351) sowie eine RAM-Erweiterung (wie die REU 1750/1764) dringend empfohlen. Ohne RAM-Erweiterung musste das System bei fast jedem Schließen eines Programms den kompletten Desktop quälend langsam von Diskette nachladen.

GEOS 1.3 gilt heute als Meilenstein der Retro-Computergeschichte, da es die Design-Philosophie moderner Betriebssysteme (wie des Apple Macintosh oder frühen Windows-Versionen) perfekt auf die bescheidene Hardware des C64 portierte.

Art:

Betriebssystem

Erschienen:

1987

Medium:

5,25" Diskette

Originaldatenträger:

Original

Einführungspreis:

DM

0.00

Kompatible Computer