Original

GEOS 1.2

Commodore International Ltd: / Berkley Softworks

Beschreibung:

GEOS 1.2 (erschienen 1986) ist die erste kommerzielle Verkaufsversion des bahnbrechenden grafischen Betriebssystems von Berkeley Softworks für den Commodore 64. Sie wurde in Deutschland ab Oktober 1986 als Diskette mit Handbuch den ersten Packungen des neuen, flachen C64C (bzw. C64-II) beigelegt und leitete den Siegeszug der fenster- und mausbasierten Bedienung (GUI) auf dem meistverkauften Heimcomputer ein. Das System bootete dank integriertem „TurboDisk“-Schnelllader in wenigen Sekunden von der 1541-Floppy und verwandelte den reinen Spielecomputer über Nacht in einen ernstzunehmenden Büro-Rechner.

Die wichtigsten Neuerungen & Funktionen

  • Erste GUI-Massenversion: Führte das Macintosh-ähnliche Bedienkonzept auf Hardware ein, die für einen Bruchteil des Apple-Preises in den Wohnzimmern stand.

  • Das Desktop (die Schaltzentrale): Die grafische Oberfläche erlaubte erstmals das Verwalten von Disketteninhalten per Mauszeiger (oder Joystick). Dateien wurden als Symbole (Icons) dargestellt und konnten per Drag-and-Drop in den Papierkorb verschoben werden.

  • Erweiterte Hardware-Unterstützung: Brachte im Vergleich zu den instabilen Vorversionen (1.0/1.1) erstmals echten Support für die Commodore-Maus 1351, Joysticks sowie frühe RAM-Erweiterungen (REUs).

  • Integrierte Büro-Software:

    • geoWrite: Eine revolutionäre WYSIWYG-Textverarbeitung (What You See Is What You Get). Formatierungen wie fett, kursiv oder verschiedene Schriftarten wurden direkt so auf dem Bildschirm angezeigt, wie sie später aus dem Drucker kamen.

    • geoPaint: Ein mächtiges pixelbasiertes Malprogramm, das Zeichentools, Musterhintergründe und geometrische Formen bot und das System um kreative Grafikfähigkeiten bereicherte.

  • Zusatzwerkzeuge (Desk Accessories): Über ein Drop-Down-Menü ließen sich jederzeit kleine Hilfsprogramme aufrufen, ohne die aktuelle Arbeit zu unterbrechen. Dazu gehörten ein Taschenrechner, eine Notizblockschnittstelle, ein Wecker und das Scrapbook (Sammelmappe zum Kopieren von Grafiken zwischen geoPaint und geoWrite).

Technische Limitierungen & Kritikpunkte

Obwohl GEOS 1.2 für seine Zeit ein technologisches Wunderwerk auf einem 1-MHz-Computer mit nur 64 KB RAM war, litt das System unter den massiven Hardware-Einschränkungen des C64:

  • Fehlende deutsche Lokalisierung: In der Version 1.2 waren Menüs, Fehlermeldungen und Systemdialoge noch komplett in englischer Sprache gehalten. Auch deutsche Umlaute (ä, ö, ü, ß) wurden in den Standardschriftarten noch nicht nativ unterstützt.

  • Eingeschränkter Laufwerkssupport: Die Version 1.2 war stark auf den Betrieb mit nur einer einzigen 1541-Floppy optimiert. Das Verwalten mehrerer Laufwerke oder modernerer Speichermedien war ohne Patches kaum oder nur sehr umständlich möglich, was zu häufigem, lästigem Disketten-Wechseln („Disk-Swapping“) führte.

Art:

Betriebssystem

Erschienen:

1986

Medium:

5,25" Diskette

Originaldatenträger:

Original

Einführungspreis:

DM

0.00

Kompatible Computer