Original

Commodore 128 CP/M Plus 3.0

Commodore International Ltd. / Digital Research

Beschreibung:

Wie bei den C128-Systemdisketten üblich, handelte es sich um eine zweiseitige Diskette, die exakt auf das Zusammenspiel mit dem doppelseitigen Diskettenlaufwerk Commodore 1571 zugeschnitten war.
 
Seite 1: Die Boot- und Systemdiskette (System Disk)
Diese Seite enthielt den eigentlichen Kern des Betriebssystems. Wenn du den C128 mit eingelegter Diskette startest (idealerweise im 80-Zeichen-Modus über einen passenden Monitor), bootet der Rechner über den Z80-Prozessor automatisch in das CP/M-System. 
  • CPM+.SYS: Die wichtigste Datei überhaupt – das eigentliche Betriebssystem-Image, das beim Booten in den Speicher geladen wird.
  • CCP.COM (Console Command Processor): Der Kommandozeilen-Interpreter, der die Tastaturbefehle verarbeitet.
  • Integrierte Basisbefehle: Befehle wie DIR (Inhaltsverzeichnis), REN (Umbenennen) oder TYPE(Textdateien anzeigen) standen sofort bereit.
  • FORMAT.COM: Das hardwareangepasste Formatierungsprogramm, mit dem leere Disketten im CP/M-Format für die 1571 vorbereitet werden konnten.
 
Seite 2: Die Dienstprogramme (User Utilities Disk)
Drehte man die Diskette um, fand man die sogenannten „transienten“ (externen) Befehle und mächtige Zusatzwerkzeuge:
  • PIP.COM (Peripheral Interchange Program): Das universelle Kopier- und Transferwerkzeug für Dateien.
  • ED.COM: Der recht kryptische, zeilenbasierte Standard-Texteditor von CP/M.
  • HELP.COM: Das interaktive Hilfesystem, das sämtliche CP/M-Befehle und deren Parameter auf dem Bildschirm erklärte.
  • SUBMIT.COM: Ein Tool zur Ausführung von Stapelverarbeitungsdateien (vergleichbar mit den späteren .BAT-Dateien unter MS-DOS).
  • RDCBM.COM (Read Commodore): Ein extrem praktisches Exklusiv-Tool für den C128. Damit war es möglich, Dateien von einer normalen Commodore-BASIC-Diskette (im C64/C128-Format) direkt auf eine CP/M-Diskette rüberzukopieren.
 
Die technischen Besonderheiten des C128-CP/M
  • Das Seriennummer-Geheimnis: Digital Research und Commodore haben jede ausgelieferte CP/M-Diskette mit einer festen Seriennummer im Code versehen (häufig beginnend mit 622-). Beim Booten wurde diese Seriennummer kurz auf dem Bildschirm eingeblendet.
  • Das MFM-Format: Dank dieser Diskette und der 1571-Floppy wechselte das Laufwerk in den MFM-Modus. Dadurch konnte der C128 nicht nur Commodore-eigene CP/M-Disketten lesen, sondern war auch zu ausländischen CP/M-Formaten (wie dem von Kaypro oder Osborne) sowie zu einseitigen IBM-PC-Disketten kompatibel.
  • Der 2-MHz-Vorteil: Im CP/M-Modus schaltete der C128 den Hauptprozessor auf volle 2 MHzTaktfrequenz. Da der Grafikchip für die 80-Zeilen-Anzeige (8563 VDC) einen eigenen, separaten Speicher besaß, wurde der Prozessor nicht wie im C64-Modus ausgebremst.
Es gab über die Jahre verschiedene Versionen der Diskette (die bekanntesten Revisionen stammen vom Juni, August und Dezember 1985 sowie ein deutsches Update von Commodore Frankfurt vom Mai 1986).

Art:

Betriebssystem

Erschienen:

1985

Medium:

5,25" Diskette

Originaldatenträger:

Original

Einführungspreis:

DM

0.00

Kompatible Computer