Original

AmigaOS 3.0 (V39.29)

Commodore International Ltd.

Beschreibung:

AmigaOS 3.0 ist das Betriebssystem, das im Jahr 1992 von Commodore zusammen mit der neuen AGA-Grafikchip-Generation (Advanced Graphics Architecture) eingeführt wurde. Es bildete das Fundament für die letzten großen Amiga-Computer, den Amiga 1200 und den Amiga 4000.

Während die "Workbench" nur die sichtbare grafische Oberfläche bezeichnet, umfasst AmigaOS 3.0 das gesamte System – bestehend aus dem Kickstart 3.0 ROM (der Hardware-Firmware) und der Workbench 3.0 (den Disketten-Dateien).

Die Architektur von AmigaOS 3.0

Das System teilte sich wie seine Vorgänger in zwei Kernbereiche:

  • Kickstart ROM 3.0 (Firmware): Ein 512KiB großer Mikrochip auf der Hauptplatine des Amiga. Er enthielt den Kernel (Exec), das DOS-Dateisystem (AmigaDOS), die grundlegenden Grafikroutinen (Intuition) sowie die Treiber für Festplatten (IDE und SCSI).
  • Workbench 3.0 (Betriebssystem-Disketten): Die grafische Desktop-Umgebung und die erweiterten Systembibliotheken, die beim Start von der Festplatte oder von Disketten geladen wurden.

Technologische Meilensteine in Version 3.0

AmigaOS 3.0 brachte tiefgreifende Neuerungen in der Systemarchitektur, die für das Jahr 1992 extrem fortschrittlich waren:

  • Datatypes-System (Datentypen): Ein objektorientiertes System zur Erkennung von Dateiformaten. Ein Bild- oder Textbetrachter musste die Formate (wie BMP, JPEG oder ILBM) nicht mehr selbst programmieren. Sobald ein zentraler "Datatype" im System hinterlegt war, konnte jedes Programm die Datei lesen.
  • Echtes präemptives Multitasking: AmigaOS beherrschte dies bereits seit 1985, aber Version 3.0 optimierte die Speicherverwaltung und Systemstabilität für die neuen Motorola 68020- und 68040-Prozessoren erheblich.
  • AGA-Grafikunterstützung: Das OS unterstützte nun standardmäßig Auflösungen mit bis zu 256 Farben aus einer Palette von 16,8 Millionen sowie den speziellen HAM8-Modus (Hold-and-Modify) mit bis zu 262.144 Farben gleichzeitig auf dem Bildschirm.
  • Systemweite Lokalisierung: Durch die neue locale.library passten sich Programme automatisch an die Landessprache und Zeitzone an, sofern eine entsprechende Sprachdatei vorlag.
  • Verbesserter Installer: Ein standardisiertes Skript-System, das Anwendern die Installation von Software und Treibern auf Festplatte massiv erleichterte.

Warum es so schnell abgelöst wurde

AmigaOS 3.0 war innovativ, litt jedoch unter anfänglichen Stabilitätsproblemen und Software-Inkompatibilitäten mit älteren Amiga-500-Spielen, da sich die Hardware-Architektur (AGA statt OCS/ECS) stark verändert hatte.

Bereits 1993 veröffentlichte Commodore das Update AmigaOS 3.1, das hauptsächlich Fehler korrigierte, das CD32-System unterstützte und sich als der langlebigste Standard der Amiga-Geschichte etablierte. Dennoch war Version 3.0 der entscheidende Schritt in die 32-Bit-Multimedia-Ära des Amiga.

Art:

Betriebssystem

Erschienen:

1992

Medium:

3,5" Diskette

Originaldatenträger:

Original

Einführungspreis:

option-1

0.00

Kompatible Computer