Micro Floppy Disc 3,5" DS/DD

Kapazität:

720

kB

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Die 3,5" DS/DD-Diskette (Double Sided / Double Density) war das Standard-Speichermedium der 16-Bit-Ära Mitte bis Ende der 1980er Jahre. Im Gegensatz zur späteren HD-Diskette hat sie nur ein Loch (den Schreibschutzschieber) in der oberen Gehäuseecke. Auf IBM-kompatiblen PCs bot sie eine Kapazität von 720 KB. 

Da sie eine niedrige Koerzitivkraft besitzt (ähnlich wie die 5,25" DD-Variante), ist sie das ideale und sicherste Medium für fast alle klassischen Heimcomputer mit 3,5"-Laufwerk.

Nutzung unter Nicht-PC-Systemen

In der Welt von Amiga, Atari und Mac wurde das Potenzial der DS/DD-Diskette oft besser ausgeschöpft als auf dem PC:

  • Commodore Amiga: Dies war das Standardformat für alle klassischen Amigas (A500, A600, A1200). Der Amiga nutzte die Diskette mit einer Kapazität von 880 KB. Da der Amiga-Controller die volle Kontrolle über den Datenstrom hatte, konnte er mehr Sektoren pro Spur (11 statt 9 beim PC) unterbringen.

  • Atari ST: Die ST-Serie nutzte die Diskette standardmäßig mit 720 KB (identisch zum PC-Format, was den Datenaustausch erleichterte). Viele Spiele und Tools nutzten jedoch "Überformatierung", um bis zu 800 KB oder sogar 820 KB auf denselben DS/DD-Rohling zu schreiben.

  • Apple Macintosh: Nachdem die einseitigen Laufwerke abgelöst wurden, nutzten Macs die DS/DD-Diskette mit 800 KB. Wie schon beim Vorgänger wurde hier eine variable Geschwindigkeit genutzt, um auf den äußeren Spuren mehr Daten zu speichern.

  • Commodore 64/128 (Laufwerk 1581): Das seltene 3,5"-Laufwerk für die 8-Bit-Serie nutzte DS/DD-Medien mit einer Kapazität von 800 KB (80 Spuren, 10 Sektoren à 512 Bytes). Es war berühmt für seine hohe Zuverlässigkeit im Vergleich zur 5,25"-Mechanik.

  • Andere Systeme: Auch viele Musik-Sampler (z.B. Akai S1000) und industrielle Maschinen nutzen bis heute DS/DD-Disketten. 

Wichtiger Kompatibilitätshinweis: Man kann eine DS/DD-Diskette problemlos in einem modernen USB-Diskettenlaufwerk oder einem 1,44 MB HD-Laufwerk lesen und beschreiben (mit 720 KB). Umgekehrt sollte man jedoch niemals HD-Disketten (mit dem zweiten Loch) in einem alten Amiga- oder Atari-Laufwerk verwenden, da dies zu massivem Datenverlust führt.

Magnetische Eigenschaften

  • Koerzitivkraft (Hc): Der Wert liegt bei ca. 600 bis 650 Oersted (Oe). Dies ist ein typischer Wert für magnetische Beschichtungen auf Eisenoxid-Basis. Zum Vergleich: Spätere HD-Disketten benötigten wegen einer Cobalt-Dotierung eine deutlich höhere Feldstärke von ca. 720 Oe.

  • Material der Magnetschicht: Als magnetisches Pigment wird vorwiegend Gamma-Eisenoxid verwendet, das auf eine flexible Trägerfolie (Mylar) aufgetragen ist.

  • Remanenz (Br): Die verbleibende Magnetisierung nach Abschalten des äußeren Feldes liegt im Bereich von ca. 60 bis 85mT (Millitesla), was für eine stabile Speicherung bei der damaligen Lesekopf-Empfindlichkeit ausreichte.

  • Flusswechseldichte (Bits per Inch): Die maximale lineare Aufzeichnungsdichte auf den innersten Spuren beträgt ca. 8.650 bpi (Flusswechsel pro Zoll / flux transitions per inch).

  • Spurdichte (Tracks per Inch): Die Standard-Spurdichte beträgt 135 tpi. Das bedeutet, dass die Spuren extrem dicht beieinanderliegen (Spurabstand ca. 0,188 mm), weshalb die mechanische Zentrierung der Diskette über die Metallnabe im Vergleich zu 5,25-Zoll-Disketten stark verbessert wurde.

  • Magnetisierungsrichtung: Es handelt sich um eine klassische longitudinale Magnetisierung. Die magnetischen Dipole werden also flach entlang der Spurrichtung (horizontal) und nicht senkrecht (vertikal) ausgerichtet.