Mini Floppy Disc 5,25" SS/SD

Kapazität:

160

kB

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Die 5,25" SS/SD-Diskette (Single Sided / Single Density) markiert den Beginn des massentauglichen Diskettenzeitalters Ende der 70er Jahre. Mit einer Standardkapazität von meist weniger als 100 KB (oft ca. 80–90 KB) bot sie erstmals einen schnellen, wahlfreien Zugriff auf Daten im Vergleich zu langsamen Kassettenlaufwerken. 

Da SS/SD-Disketten oft nur einseitig beschichtet waren (oder nur eine Seite geprüft wurde), mussten Nutzer sie physisch umdrehen („Wendediskette“), um die Rückseite zu nutzen – sofern das Laufwerk dies unterstützte.

Nutzung unter Nicht-PC-Systemen

In der Ära der 8-Bit-Heimcomputer war die SS/SD-Diskette der Standard, wobei jedes System die Magnetscheibe völlig unterschiedlich ansprach:

  • Apple II: Das legendäre Disk II Laufwerk nutzte SS/SD-Medien. Durch ein spezielles Aufzeichnungsverfahren (GCR) erreichte Apple eine Kapazität von 140 KB. Da das Laufwerk nur einen Schreib-Lese-Kopf hatte, schnitten viele Nutzer eine Kerbe in die Schutzhülle, um die Diskette umgedreht als „Flippy Disk“ nutzen zu können.

  • Atari (400/800/XL/XE): Die frühen Laufwerke wie das Atari 810 nutzen SS/SD-Formatierung mit 88 KB (40 Spuren, 18 Sektoren à 128 Bytes). Spätere DOS-Versionen führten die „Enhanced Density“ (127 KB) ein, was das Medium bis an seine Grenzen ausreizte.

  • Commodore (C64/VC20): Obwohl die berühmte Commodore 1541 technisch auf DD-Medien (Double Density) ausgelegt war, basierte sie auf dem einseitigen GCR-Verfahren. Mit 170 KB pro Seite bot sie deutlich mehr Platz als die Konkurrenz von Atari oder Apple, obwohl sie physisch dieselben SS/SD- oder SSDD-Rohlinge verwendete.

  • CP/M-Systeme: Viele frühe Business-Rechner (wie der Osborne 1) nutzten SS/SD-Disketten mit ca. 92 KB. Hier war die Inkompatibilität am größten, da fast jeder Hersteller ein eigenes Sektor-Layout verwendete. 

Magnetische Eigenschaften

  • Geringe Magnetisierung (300 Oersted): Die Magnetschicht ist weich und benötigt nur ein schwaches Magnetfeld vom Schreibkopf, um Daten zu speichern.

  • Einfaches Material (Braun): Die Diskette besteht aus einer Kunststofffolie, die mit braunem Eisenoxidbeschichtet ist.

  • Viel Platz zwischen den Daten (48 TPI): Die magnetischen Spuren liegen relativ weit auseinander. Es passen nur 35 bis 40 Spuren auf die gesamte Scheibe.

  • Grobe Datendichte: Da das Material magnetisch nicht sehr dicht besiedelt werden kann, speichert es die Daten in relativ großen Abständen.

Kurz gesagt: Die Diskette verhält sich magnetisch wie ein Tonband aus den 1970er Jahren. Sie ist robust und verzeiht kleine Kratzer, kann aber konstruktionsbedingt nur sehr wenig Daten aufnehmen (ca. 140 KB beim Apple II).