Pioneer DR-U10X 10x Speed SCSI Internal CD-ROM Drive

Hersteller:

Pioneer Corporation (Paionia Kabushiki-gaisha / パイオニア株式会社)

Das Pioneer DR-U10X ist ein klassischer Vertreter der Multimedia-Revolution der Mitte der 1990er Jahre. Es markiert die Übergangsphase, in der CD-ROM-Laufwerke von teurer Spezialhardware für Programmierer zum absoluten Standard in jedem Haushalts-PC wurden.
Hier ist die korrigierte und exakt auf die Tray-Bauweise (Schubladen-Einzug) abgestimmte Geschichte dieses Laufwerks:
 
Das Phänomen der 10-fachen Geschwindigkeit
In der Evolution der optischen Laufwerke sprangen die Geschwindigkeiten üblicherweise in Zweierschritten (2x, 4x, 6x, 8x, 12x). Ein 10-fach (10x) Laufwerk war eine seltene und heiß begehrte Zwischenstufe.
  • Pioneer erreichte damit eine maximale Datentransferrate von 1.500KB/s (1,5MB/s).
  • Für damalige Verhältnisse war das ein riesiger Sprung: Datenintensive Anwendungen oder die damals brandneuen Video-Sequenzen (FMVs) in Spielen wie Command & Conquer oder Wing Commanderliefen damit absolut flüssig und ohne störende Nachladepausen.
Die klassische Schublade (Tray) als Fels in der Brandung
Im Gegensatz zu Pioneers späteren Experimenten mit Slot-In-Modellen setzte das DR-U10X auf das bewährte Tray-Design.
  • Die mechanische Lade war zu dieser Zeit der absolute Standard und bot einen entscheidenden Vorteil: Sie war extrem unanfällig gegenüber leichten Abweichungen bei der Dicke von CD-Rohlingen oder bedruckten Medien.
  • Vertikalbetrieb: Die Schublade von Pioneer war so konstruiert, dass sie über kleine Haltenasen verfügte. Dadurch konnte das Laufwerk nicht nur flach liegend, sondern auch hochkant (vertikal) in schlanke Desktop-Gehäuse oder Server-Türme eingebaut werden, ohne dass die CD beim Schließen der Lade herausfiel.
Die Profiliga: SCSI-2 statt IDE
Als SCSI-Variante war das DR-U10X spürbar teurer als das IDE-Schwestermodell (DR-A10X), bot dafür aber eine kompromisslose Performance.
  • Während billige IDE-Laufwerke bei Lesefehlern oder Kratzern auf der CD den Hauptprozessor (CPU) komplett blockierten und das gesamte System (wie Windows 95) einfror, regelte der SCSI-Bus den Datenstrom völlig unabhängig.
  • Dies sorgte für extrem niedrige Zugriffszeiten (ca. 140 bis 150 Millisekunden) und machte das Laufwerk zum Liebling in professionellen Servern zur Software-Verteilung oder in High-End-Workstations.
Die Frontblende: Volle Audiokontrolle am Gehäuse
Da die Soundkarten-Architektur in den 90er Jahren oft noch kompliziert zu konfigurieren war, brachte das DR-U10X alles für den Musikgenuss direkt auf der Frontblende mit:
  • Einen integrierten 3,5-mm-Klinkenanschluss für Kopfhörer.
  • Ein mechanisches Lautstärkedrehrad.
  • Man konnte eine Audio-CD einlegen, die Play-Taste drücken und direkt über das Laufwerk Musik hören, ohne dass der PC dafür eine spezielle Software oder eine aktive Soundkarte benötigte.

Technische Daten:

Geschwindigkeit (CD lesen):

10

x

Kapazität:

650

MiB

Abmaße (Grundgerät):

41,5 x 146,0 x 200,0 mm

Gewicht:

1

kg

Herstellungszeitraum:

1996 - 1998

Einführungspreis:

DM

345.00

Sonstiges:

Schnittstelle:

SCSI 50 pol.

Häufigste Fehler: