Micro Floppy Disc 3,5" HD

Kapazität:

1.44

MiB

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Die 3,5" DS/HD-Diskette (Double Sided / High Density) war der finale Standard der Disketten-Ära. Eingeführt Ende der 80eri Jahre, wurde sie zum Standard für den Datenaustausch unter Windows und dem klassischen Mac OS. Sie ist physisch leicht an dem zweiten Loch (gegenüber dem Schreibschutz-Schieber) zu erkennen. Auf PCs bietet sie eine Kapazität von 1,44MiB. 

Technisch unterscheidet sie sich massiv von der DD-Diskette durch ihre hohe Koerzitivkraft. Die magnetische Schicht ist viel feiner und benötigt ein deutlich stärkeres Magnetfeld, um Daten dauerhaft zu speichern.

Warum man HD-Disketten nicht in DD-Laufwerken (z. B. Commodore 1581) verwenden sollte

Obwohl eine HD-Diskette mechanisch in ein 1581-Laufwerk oder ein Amiga/Atari-Laufwerk passt, ist ihre Verwendung aus technischen Gründen riskant:

  1. Zu schwacher Schreibstrom: Ein DD-Laufwerk wie das Commodore 1581 ist darauf ausgelegt, Medien mit einer Koerzitivkraft von ca. 300 Oersted zu beschreiben. Das HD-Medium benötigt jedoch ca. 650–700 Oersted. Das Laufwerk "schafft" es nicht, die Partikel der HD-Diskette vollständig umzumagnetisieren. Die Daten werden nur "oberflächlich" geschrieben und verblassen oft schon nach Stunden oder Tagen (Datenverlust).

  2. Unzuverlässige Formatierung: Selbst wenn die Formatierung am Commodore 1581 scheinbar fehlerfrei durchläuft, ist das Signal-Rausch-Verhältnis viel zu gering. Die Leseköpfe werden in Kürze Lesefehler (Read Errors) produzieren, da die Magnetisierung nicht die erforderliche Sättigung erreicht.

  3. Keine automatische Erkennung: Ein echtes HD-Laufwerk erkennt das zweite Loch und schaltet den Schreibstrom hoch. Ein DD-Laufwerk wie das 1581 "sieht" dieses Loch nicht und schreibt einfach mit seinem standardmäßigen, zu schwachen Strom weiter.

  4. Problem beim "Abkleben": Viele Nutzer kleben das HD-Loch ab, um die Diskette in DD-Laufwerken nutzbar zu machen. Dies löst jedoch nur das Problem für HD-Laufwerke (die dann denken, es sei eine DD-Diskette). Das physikalische Problem der falschen Magnetschicht für das schwache DD-Laufwerk bleibt bestehen. 

Fazit: Für das Commodore 1581, den Amiga (außer A4000/A1200 mit HD-Laufwerk) oder den Atari ST solltest du ausschließlich echte DD-Disketten verwenden. Nur so ist sichergestellt, dass deine Programme und Spielstände auch nach Jahren noch lesbar sind.

Magnetische Eigenschaften

Magnetisches Beschichtungsmaterial

  • Materialbasis:Die Magnetpartikel bestehen in der Regel aus Cobalt-dotiertem Eisenoxid (γ-Fe₂O₃), das auf eine dünne Trägerfolie aus Polyester aufgetragen ist. 
  • Koerzitivfeldstärke (Hc): Diese liegt bei HD-Disketten bei etwa 650 bis 720 Oersted (Oe). Die Koerzitivfeldstärke gibt an, wie stark ein äußeres Magnetfeld sein muss, um die Magnetisierung des Materials umzukehren. Zum Vergleich: Ältere DD-Disketten (Double Density) hatten nur eine Koerzitivfeldstärke von ca. 300Oe. 

Aufzeichnungsdichte und Spurspezifikationen

  • Flusswechseldichte: HD-Disketten nutzen eine magnetische Flusswechseldichte von ungefähr 15.916 Flusswechseln pro Zoll (fcpi - flux changes per inch). 
  • Spurdichte: Standardmäßig sind die Daten auf 135 Spuren pro Zoll (tpi - tracks per inch) verteilt. Bei einer Standard-Diskette ergibt das 80 Spuren pro Seite, was bei zwei beschreibbaren Seiten insgesamt 160 Spuren macht. 

Schreib- und Lesevorgang

  • Polaritätswechsel: Der Schreibkopf des Laufwerks erzeugt ein punktuelles Magnetfeld. Dieses Feld richtet die magnetischen Domänen (Weiss-Bezirke) auf der rotierenden Diskette in eine bestimmte Richtung aus. Ein Wechsel der Magnetisierungsrichtung (Polaritätswechsel) wird vom System beim Auslesen als eine binäre „1“ interpretiert, während das Ausbleiben eines Wechsels für eine „0“ steht.
  • Magnetschutz: Da die Koerzitivfeldstärke mit rund 700Oe relativ gering ist (moderne Festplatten nutzen Materialien mit weit über 3.000Oe), sind Disketten sehr anfällig für externe Magnetfelder. Magnete von Lautsprechern, Monitoren oder Handys können die Ausrichtung der Partikel leicht verändern und so zu irreversiblem Datenverlust führen.