Mini Floppy Disc 5,25" DS/DD

Kapazität:

360

kiB

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Die 5,25" DS/DD-Diskette (Double Sided / Double Density) war das Arbeitspferd der 1980er Jahre. Im Gegensatz zu ihren Vorgängern war sie ab Werk für die beidseitige Nutzung zertifiziert und bot eine deutlich höhere magnetische Zuverlässigkeit. Auf Standard-PCs (IBM-kompatibel) etablierte sie sich mit einer Kapazität von 360kiB (40 Spuren, 9 Sektoren, beidseitig) als der dominierende Datenträger der XT-Ära.

Nutzung unter Nicht-PC-Systemen

Heimcomputer nutzten die DS/DD-Hardware oft auf sehr unterschiedliche Weise aus, abhängig von der Anzahl der Schreib-Lese-Köpfe im Laufwerk:

  • Commodore (C64/C128):

    • 1541: Obwohl die DS/DD-Diskette zwei magnetische Seiten hatte, verfügte das 1541-Laufwerk nur über einen Kopf. Die Diskette wurde daher als „Flippy Disk“ genutzt: Man beschrieb erst die eine Seite (170kiB), drehte sie physisch um und beschrieb die andere Seite (weitere 170kiB). DS/DD-Medien waren hierfür ideal, da beide Seiten qualitativ hochwertig beschichtet waren.

    • 1571: Dieses Laufwerk war das erste echte beidseitige Laufwerk für den C128. Es nutzte DS/DD-Disketten ohne Umdrehen und erreichte eine Gesamtkapazität von 340kiB. Zudem konnte es CP/M-Formate und (mit Software-Hilfe) sogar PC-360-KB-Disketten lesen.

  • Atari (XL/XE-Serie): Späte Laufwerke wie das Atari 1050 (mit Modifikationen) oder das XF551 nutzten DS/DD-Medien voll aus. Während das XF551 echte 360kiB(beidseitig) bot, blieb das 1050 im Standard bei der „Enhanced Density“ (130kiB), konnte aber mit Erweiterungen wie „Speedy“ oder „Bibo-DOS“ die vollen 360kiB der DS/DD-Diskette ansprechen.

  • Apple II: Apple-Systeme blieben auch in der DS/DD-Ära meist bei einseitigen Laufwerken (140kiB). Da DS/DD-Disketten jedoch beidseitig geprüft waren, waren sie die sicherste Wahl für „Flippy Disks“ (mit manuell gestanztem Loch), um die Speicherkapazität pro Medium ohne Hardware-Upgrade zu verdoppeln.

Magnetische Eigenschaften

  • Zwei magnetische Seiten (Double-Sided): Die Diskette ist ab Werk auf beiden Seiten mit der braunen Eisenoxidschicht beschichtet und für die Nutzung auf der Vorder- und Rückseite zertifiziert.

  • Gleiche Magnetisierung (300 Oersted): Sie nutzt dieselbe magnetische Empfindlichkeit wie eine SS/DD-Diskette. Der Schreibkopf benötigt also weiterhin nur ein schwaches Magnetfeld.

  • Engere Datendichte (Double Density): Die magnetischen Datenpunkte liegen auf den Spuren sehr dicht beieinander.

  • Spuren (48 oder 96 TPI): Je nach Computer-System wurden die Spuren entweder im normalen Abstand (48 TPI für 40 Spuren, z. B. beim IBM PC) oder im halbierten Abstand (96 TPI für 80 Spuren, z. B. bei Commodore- oder Amstrad/Schneider-PCs) geschrieben.

  • Kapazität: Da nun beide Seiten automatisch genutzt werden, verdoppelt sich der Speicherplatz nochmals. Ein IBM-PC speicherte darauf typischerweise 360kiB (bei 40 Spuren), spätere Systeme sogar bis zu 720kiB (bei 80 Spuren).

Kurz gesagt: Eine DS/DD-Diskette ist die logische Weiterentwicklung der SS/DD-Diskette. Sie speichert die Daten genauso dicht, nutzt aber von Haus aus beide Seiten der Magnetscheibe gleichzeitig, da im Laufwerk zwei Schreib-/Leseköpfe (einer oben, einer unten) verbaut sind.