Panasonic LF-D101 DVD-RAM Drive

Hersteller:

Matsushita Electric Industrial Co., Ltd. (Matsushita Denki Sangyō K.K.)

Das Panasonic LF-D101 ist ein Meilenstein der Computergeschichte. Als es 1998 auf den Markt kam, war es das weltweit erste kommerziell erhältliche DVD-RAM-Laufwerk. Es markierte den Übergang von der klassischen CD-Technologie hin zu wiederbeschreibbaren optischen Großspeichern für den PC.

Die wichtigsten technischen Facetten, Besonderheiten und Eigenheiten dieses Pionier-Laufwerks im Überblick:

Das Prinzip "Festplatte auf einer CD"

Im Gegensatz zu späteren Formaten (wie DVD-RW oder DVD+RW) basierte die DVD-RAM auf einer völlig anderen Technologie (Phase-Change-Verfahren mit Sektorschleifen), die eher an Magnetbänder oder Festplatten erinnerte.

  • Direktes Beschreiben: Man brauchte keine spezielle Brennsoftware. Das LF-D101 band das Medium im Betriebssystem wie ein normales Laufwerk ein. Man konnte Dateien per Drag & Drop im Explorer verschieben, löschen oder überschreiben.
  • Extreme Langlebigkeit: Panasonic garantierte eine Haltbarkeit der Daten von bis zu 30 Jahren und rund 100.000 Schreibzyklen (normale CD-RWs schafften damals kaum 1.000).

Das Gehäuse in der Hülle: Die Cartridge

Da die Datendichte für damalige Verhältnisse astronomisch hoch war, durfte kein Staubkorn auf die Oberfläche gelangen. Das LF-D101 schluckte die Medien daher nur in einer robusten Schutzhülle (Cartridge Typ 1).

  • Das Medium war fest in dieser Plastikkassette verbaut, und das Laufwerk schob beim Einlegen mechanisch ein kleines Metallfenster auf – genau wie bei einer 3,5-Zoll-Disketten oder einer MiniDisc.
  • Kapazität: Die erste Generation bot 2,6GiB auf einer einseitigen Cartridge oder 5,2GiB auf einer zweiseitigen Cartridge (die man umdrehen musste). Das war zu einer Zeit, als Standard-Festplatten oft nur 4 bis 8 GB groß waren, eine gewaltige Menge Speicherplatz.

Die Profi-Schnittstelle: SCSI-2

Wie fast alle High-End-Speichersysteme der späten 90er besaß das LF-D101 eine SCSI-Schnittstelle (50-Pin High Density). Dadurch war das Laufwerk primär für High-End-Workstations, Server zur Datensicherung (Backup) und für die professionelle Videobearbeitung gedacht. Um es an einem normalen PC zu betreiben, musste zwingend eine SCSI-Controllerkarte (z. B. von Adaptec) im PC verbaut sein.

Abwärtskompatibilität zum "PD"-Standard

Ein skurriles, aber wichtiges Detail: Panasonic hatte Mitte der 90er einen glücklosen Vorgänger namens PD (Phase-Change Dual) auf den Markt gebracht – ein Cartridge-System mit 650MiB Kapazität. Das LF-D101 besaß die seltene Fähigkeit, diese alten PD-Medien ebenfalls zu lesen und zu beschreiben. Zudem konnte es normale CD-ROMs mit bis zu 20-facher Geschwindigkeit lesen, war jedoch nicht in der Lage, normale beschreibbare CDs (CD-R oder CD-RW) zu brennen.

Das schnelle Ende der ersten Generation

Obwohl das LF-D101 ein technologisches Wunderwerk war, hielt die erste Generation nicht lange durch. Die Industrie einigte sich kurz nach dem Erscheinen auf den DVD-RAM-Standard 2.0, der die Kapazität auf 4,7 GB pro Seite erhöhte.
Das LF-D101 konnte diese neueren, günstigeren 4,7-GB-Medien (die es dann auch ohne Cartridge gab) weder lesen noch beschreiben. Es wurde daher rasch von den Nachfolgemodellen (wie dem LF-D103) abgelöst, bleibt aber der Urvater aller wiederbeschreibbaren DVD-Laufwerke.

Technische Daten:

Geschwindigkeit (CD lesen):

20

x

Kapazität:

5.2

GiB

Abmaße (Grundgerät):

41,3 x 148,0 x 203,0 mm

Gewicht:

1

kg

Herstellungszeitraum:

1998 - 2000

Einführungspreis:

DM

1200.00

Sonstiges:

Schnittstelle:

SCSI 50 pol.

Häufigste Fehler: