Mini Floppy Disc 5,25" DS/QD
Kapazität:
720
kB

Die 5,25" DS/QD-Diskette (Double Sided / Quad Density) war ein technisches Zwischenformat, das die Speicherkapazität durch eine Verdopplung der Spurdichte von 48 auf 96 TPI (Tracks Per Inch) steigerte. Statt der üblichen 40 Spuren wurden nun 80 Spuren pro Seite genutzt, was auf entsprechenden Systemen eine Kapazität von 720 KBermöglichte.
Physisch ähnelt sie der DD-Diskette, benötigt aber Laufwerke mit präziseren, schmaleren Schreib-Lese-Köpfen.
Nutzung unter Nicht-PC-Systemen
In der klassischen 8-Bit-Heimcomputerwelt blieb die DS/QD-Diskette ein Exot, da die Standard-Hardware meist auf 40-Spur-Mechaniken festgeschrieben war:
Commodore (C64/C128):
1541 / 1571: Beide Laufwerke sind mechanisch auf 40 Spuren ausgelegt. Eine DS/QD-Diskette bietet hier keinen Vorteil; die 1541 kann sie aufgrund des breiten Schreibkopfes oft nicht einmal zuverlässig als DD-Medium formatieren (Spurübersprechungen). Echte 80-Spur-Unterstützung gab es nur durch seltene Dritthersteller-Laufwerke oder Modifikationen für CP/M-Nutzer auf dem C128.
Atari (XL/XE-Serie): Die Standard-Laufwerke von Atari (810, 1050, XF551) nutzen ebenfalls nur 40 Spuren. DS/QD-Medien konnten ihre volle Kapazität von 720 KB nur in speziellen Dritthersteller-Laufwerken (z. B. von Percom, Indus oder Trak) ausspielen, sofern ein fortschrittliches DOS wie SpartaDOS verwendet wurde.
Apple II: Apple blieb bei seinem Disk II Design hartnäckig bei 35 (später 40) Spuren. DS/QD-Disketten wurden im Apple-Umfeld praktisch nie genutzt, da das System auf die mechanische Limitierung der 140-KB-Laufwerke optimiert war. Erst mit dem 3,5"-Laufwerk für den Apple IIGS vollzog man den Sprung zu höheren Kapazitäten.
Professionelle CP/M-Systeme: Hier lag die eigentliche Heimat der DS/QD. Rechner wie der Victor 9000 oder Systeme von Kaypro nutzten diese Disketten, um professionelle Datenmengen (bis zu 800 KB) zu verarbeiten, bevor sich der IBM-PC-Standard (HD) durchsetzte.
Zusammenfassend: Während die DS/QD-Diskette im Business-Bereich (CP/M) punktete, blieb sie für C64-, Atari- und Apple-Nutzer aufgrund der inkompatiblen Laufwerksmechanik weitestgehend bedeutungslos.
Magnetische Eigenschaften
Vierfache Datenmenge: Sie speichert viermal so viele Daten wie eine ganz alte Standard-Diskette (SD). Das gelingt durch die Kombination aus beidseitiger Nutzung und extrem eng beieinanderliegenden Spuren.
Halbierte Spurbreite (96 TPI): Das ist der wichtigste Unterschied zu DD-Disketten. Die Spuren liegen doppelt so dicht beieinander (96 Spuren pro Zoll statt 48). Ein Laufwerk schreibt hier 80 Spuren statt der üblichen 40 Spuren auf eine Seite.
Gleiche Magnetisierung (300 Oersted): Trotz der hohen Datendichte nutzt sie immer noch das physikalisch "weiche" Standard-Eisenoxidmaterial. Sie benötigt daher beim Beschreiben kein stärkeres Magnetfeld als eine DD-Diskette.
Kapazität: Da die Spuren extrem eng stehen und beide Seiten genutzt werden, bietet sie eine für damalige Verhältnisse hohe Kapazität von typischerweise 720 KB bis zu 800 KB.
Kurz gesagt: Eine DS/QD-Diskette ist magnetisch gesehen identisch mit einer DD-Diskette, erfordert aber eine mechanisch viel präzisere Kunststofffolie, da die Spuren extrem dünn und dicht nebeneinander auf das Medium geschrieben werden. Sie wurde vor allem von professionellen Computern (wie späten CP/M-Systemen oder dem Commodore 8296) genutzt.